Fachkräftemangel 2026 in Zahlen: Elektrotechnik, Energie und Medizintechnik
Katharina Hilgers
Co-Founder · Gründerin relokate
Das Wichtigste in Kürze
- Elektrotechnik & Halbleiter: 62.000+ offene MINT-Stellen, +18 % Stellenwachstum im Halbleiterbereich pro Jahr.
- Energie & Versorgung: 200.000+ zusätzliche Fachkräfte bis 2030, 32.000+ offene Stellen.
- Medizintechnik: 11.500+ offene Stellen bei +4,3 % Branchenwachstum pro Jahr.
- Der Mangel ist strukturell, nicht konjunkturell — national lässt er sich nicht schließen.
Über den Fachkräftemangel zu reden ist einfach. Ihn in Zahlen zu fassen, die für die Personalplanung taugen, ist schwerer. Wir haben die wichtigsten Kennzahlen 2026 für die drei Branchen zusammengetragen, in denen wir bei retalent arbeiten.
Die kurze Version: In Elektrotechnik & Halbleiter, Energie & Versorgung und Medizintechnik übersteigt der Bedarf das heimische Angebot strukturell — nicht konjunkturell. Das verschiebt die Frage von „ob“ zu „wie“ man international einstellt.
Elektrotechnik & Halbleiter
- 62.000+ unbesetzte MINT-Stellen in der Elektrotechnik.
- +18 % Stellenwachstum im Halbleiterbereich pro Jahr.
- 43 Mrd. € Investitionen aus dem EU Chips Act (DE-Anteil).
- 9–14 Monate Time-to-Productivity ohne strukturiertes System.
Energie & Versorgung
- 200.000+ zusätzliche Fachkräfte bis 2030 für die Energiewende.
- 32.000+ unbesetzte Stellen in Elektrotechnik und Energie.
- −9 % Bewerbungen pro Stelle im Jahresvergleich.
- 500 Mrd. € Investitionsvolumen im Netzausbau.
Medizintechnik
- 39 Mrd. € Branchenumsatz in Deutschland.
- 65 % Exportquote — internationaler Wettbewerb um dieselben Profile.
- +4,3 % Branchenwachstum pro Jahr.
- 11.500+ unbesetzte Stellen in Medtech und Pharma-Engineering.
Was die Zahlen gemeinsam haben
Drei Muster ziehen sich durch alle Branchen: Der Mangel ist strukturell, nicht konjunkturell — getrieben von Demografie und Transformation. Die Branchen konkurrieren um dieselben Profile. Und die Zahl der Bewerbungen pro Stelle sinkt.
Das heißt: Der Engpass lässt sich national nicht schließen. Wer wartet, bis sich der Markt erholt, wartet auf etwas, das nicht kommt.
Was das für dein Hiring bedeutet
Internationales Sourcing wird damit von der Kür zur Pflicht. Der Unterschied liegt nicht mehr darin, ob ein Unternehmen international einstellt, sondern wie strukturiert es das tut.
Planbare Prozesse schlagen Einzelaktionen — gerade weil die Time-to-Productivity über Monate läuft und jeder Abbruch teuer ist.
Häufige Fragen
Woher stammen die Zahlen?
Aus Branchen- und Engpassanalysen, unter anderem der Bundesagentur für Arbeit, des VDE und einschlägiger Branchenverbände. Stand 2026; einzelne Werte sind Größenordnungen, die sich je nach Quelle leicht unterscheiden können.
Ist der Fachkräftemangel konjunkturell oder strukturell?
Überwiegend strukturell. Demografischer Wandel und die technologische Transformation (Energiewende, Chips, MDR) treffen auf ein schrumpfendes heimisches Angebot.
Welche Branche ist am stärksten betroffen?
Alle drei sind betroffen, aber unterschiedlich: Energie über die schiere Menge (200.000+ bis 2030), Halbleiter über das Wachstumstempo, Medizintechnik über den internationalen Wettbewerb bei spezialisierten Profilen.
Lässt sich der Mangel national schließen?
Nein. Die Lücke ist größer als der heimische Nachwuchs. Internationale Fachkräfte sind kein Zusatz, sondern Teil der Lösung.
Quellen
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Über die Autorin

Katharina HilgersLinkedIn ↗
Co-Founder · Gründerin relokate
Katharina hat mehr als 1.500 internationale Relocations begleitet und bringt über 10 Jahre Erfahrung in HR-Tech mit. Als Gründerin von relokate kennt sie den gesamten Lifecycle internationaler Fachkräfte aus der täglichen Praxis.
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